

25.06.2025
KI definiert Marketing neu
Künstliche Intelligenz ermöglicht komplett neue Arten der Kundenansprache für Marken und bedingt ein Umdenken bei strategischen Prioritäten und kritischem Know-How in Unternehmen. Im Rahmen des SCHWEIZER MARKENKONGRESSES wurde deutlich, wie Unternehmen mithilfe von generativer KI und einer modernen Informationsarchitektur die Marketing- und Kundeninteraktionen grundlegend transformieren können und welche Basis für eine effektive Nutzung geschaffen werden muss.
Mensch bleibt Schlüssel zum Erfolg
Mensch und KI müssen sich ergänzen und ihre jeweiligen Stärken für ein optimales Ergebnis einbringen. Der wichtigste Faktor im Umgang mit KI ist dabei jedoch der Mensch, dessen Mindset und die Bereitschaft, im Rhythmus der technologischen Zyklen lernen zu wollen.
Haskiyel Can, Technical Specialist von Microsoft, bringt es auf den Punkt: «Unser KI Ecosystem heisst Copilot und nicht Autopilot». Der Mensch macht den Unterschied und die Herausforderung wird es sein, die optimale Interaktion von Mensch und KI sicherzustellen. Zukünftig werden kritisches Hinterfragen, Kreativität und die Fähigkeit, sich präzise ausdrücken und kommunizieren zu können, entscheidend für den erfolgreichen Umgang mit Künstlicher Intelligenz sein.
Ohne robuste IA ist jede AI ineffektiv
Eine leistungsfähige Informationsarchitektur (IA) ist die unverzichtbare Grundlage für den sinnvollen Einsatz von Künstlicher Intelligenz (AI) im Marketing. Ohne klar strukturierte, zugängliche und qualitativ hochwertige Daten kann selbst die beste KI keine relevanten oder präzisen Ergebnisse liefern. IA sorgt dafür, dass Daten aus unterschiedlichen Quellen harmonisiert, zentral verfügbar und sinnvoll verknüpft werden – was die Voraussetzung für zielgerichtete Analysen, personalisierte Kundenansprache und automatisierte Prozesse schafft. Kurz gesagt: Ohne robuste IA bleibt AI wirkungslos. Dabei braucht es immer Single Source of truth, also eine zentrale Schnittstelle für die Bündelung sämtlicher Daten.
Speed als grösste Herausforderung
Für Jochen Sengpiehl, ehemaliger Global CMO von Volkswagen, der zuletzt noch als Head of Product Strategy in China aktiv war, zählt vor allem der Speed im Umgang mit AI. China verfolgt dabei keinen «AI-first-», sondern einen «AI-everywhere-Ansatz». Personalisierte Echtzeiterlebnisse mit AI-Empfehlungen und Dynamic Pricing sind Standard. Die Kunden erwarten hyperpersonalisierte Echtzeiterlebnisse und Speed ist dabei nicht verhandelbar. «Wer AI zu langsam integriert, ist raus», so Sengpiehl.
KI ist kein Kreativitätsersatz
«AI doesn‘t replace creativity – it shifts the creative process», meint Jasmin Quellmann, Head of MarTech & AI, Beiersdorf.
In der Entwicklung im Marketing in den letzten 15 Jahren bei Nivea hat sich die Content-Produktion um den Faktor 50-100 erhöht. Die grösste Herausforderung ist für viele im Marketing die exponentiell steigende Komplexität in Kombination mit den limitierten Ressourcen. AI kann hier Abhilfe schaffen und insbesondere in der Content-Erstellung im Marketing unterstützen.
«AI verändert die Art, wie Kreativität entsteht, aber dies geschieht nie ohne den menschlichen Faktor», so Quellmann.
Dabei ist KI hier als Unterstützung in der Kreativität zu verstehen. So kann zum Beispiel statt einem weissen Blatt Papier schnell ein erster Entwurf oder eine Weiterentwicklung eines Entwurfs vorangetrieben werden, es braucht jedoch weiterhin den Menschen mit seiner Kreativität.
Kontakt
ESB Marketing Netzwerk
Tobias Graf (Marketing Kongresse & Leitung Netzwerk Österreich)
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