

03.06.2026
Rock am Ring: Vom Festival zur Markenplattform
Rock am Ring ist weit mehr als ein Musikfestival. Für Marken bietet die Veranstaltung die Chance, Teil emotionaler Live-Erlebnisse zu werden und eine der loyalsten Festival-Communities Europas zu erreichen. Im Interview spricht Marc Seemann, Chief Talent & Partnership Officer bei PRK DreamHaus, über erfolgreiche Partnerschaften, kreative Aktivierungen und die Zukunft des Markenengagements im Live Entertainment. Am 30. Juni wird er auch beim Markenfestival in Düsseldorf zu Gast sein.
Herr Seemann, wie können Marken ein Musikfestival als Plattform nutzen und von den Besuchern nicht bloß als „Bandenwerbung“ wahrgenommen werden?
Klassische Sichtbarkeit verliert zunehmend an Wirkung – das sehen wir in der gesamten Branche sehr deutlich. Festivals sind heute kuratierte und kreative Erlebnisräume, in denen Marken nur dann funktionieren, wenn sie Teil des besonderen Live Moments werden. Das heißt konkret: Es geht um echten Mehrwert. Marken müssen sich fragen, welchen Beitrag sie zum Live Erlebnis leisten möchten – sei es durch Services, besondere Orte, exklusive Inhalte oder durch Formate, die so ohne sie nicht stattfinden würden. Besonders entscheidend sind dabei Authentizität und Kreativität: Marken müssen sich glaubwürdig in die Festivalwelt einfügen und gleichzeitig außergewöhnliche Erlebnisse schaffen, die den Besuchenden tatsächlich in Erinnerung bleiben. Wenn dieser Mehrwert spürbar ist, verändert sich automatisch auch die Wahrnehmung.
Ein spannender Shift, den wir beobachten, ist die stärkere Einbindung von Künstlern und Communities in die Entwicklung solcher Formate. Dadurch entstehen Aktivierungen, die sich organischer anfühlen und deutlich näher an der Lebensrealität der Besucher sind.
Gibt es eine Kategorie an Brands, die besonders gut in das Umfeld von Rock am Ring passt?
Die klassischen Festival Kategorien funktionieren nach wie vor sehr gut, aber die Grenzen lösen sich zunehmend auf. Entscheidend ist heute weniger das „Was“, sondern das „Wie“. Mit kreativen Ideen und echtem Mehrwert können heute selbst unerwartete Branchen relevante Touchpoints innerhalb der Festivalwelt schaffen. Rock am Ring steht für eine sehr klare Haltung – Publikumsenergie, Authentizität und ein starkes generationsübergreifendes Gemeinschaftsgefühl. Marken, die diese Werte glaubwürdig transportieren oder sinnvoll ergänzen können, haben hier eine natürliche Anschlussfähigkeit. Wir sehen auch, dass sich immer mehr Marken trauen, ihre Rolle neu zu definieren – weg vom reinen Absender, hin zu einem aktiven Teil des Gesamterlebnisses. Das eröffnet auch für weniger offensichtliche Kategorien spannende Möglichkeiten, wenn der Ansatz stimmt.
Wenn man über Marken-Kooperationen spricht: Was sind die USPs von Rock am Ring gegenüber anderen Rock-Festivals?
Rock am Ring kombiniert eine über Jahrzehnte gewachsene Markenstärke mit einer außergewöhnlich loyalen und gleichzeitig dynamischen Community. Diese Mischung ist in der Form selten.
Rock am Ring ist nicht nur ein Festival, sondern eine europaweite Institution. Diese kulturelle Strahlkraft überträgt sich auch auf Partnerschaften. Gleichzeitig endet das Erlebnis nicht mit dem Festivalwochenende. Wir haben eine sehr aktive Community, die sich das ganze Jahr über mit Rock am Ring beschäftigt und austauscht – genau darin liegt auch für Marken enormes Potenzial, Festivalmomente weit über das eigentliche Event hinaus zu verlängern und erlebbar zu machen.
Zusätzliche Reichweite schaffen wir auch über unseren Livestream, der die Inhalte weit über das Festivalgelände hinaus sichtbar macht. Marken, die im TV-Umfeld präsent sind, erreichen dadurch nicht nur die Besucher und Besucherinnen vor Ort, sondern zusätzlich Millionen von Zuschauern im digitalen Live-Erlebnis.
Das ermöglicht es uns und unseren Partnern, deutlich strategischer zu arbeiten und Kooperationen nicht nur als kurzfristige Aktivierung zu denken, sondern als langfristige Entwicklung. Dazu kommt unser Anspruch, uns kontinuierlich weiterzuentwickeln und Impulse aus der Branche aufzunehmen, ohne dabei unsere eigene DNA zu verlieren. Genau dieses Spannungsfeld macht die Plattform auch für Marken besonders interessant.
Was unterscheidet den Entertainment-Sektor von anderen Plattformen, auf denen Marken sich präsentieren können?
Der entscheidende Unterschied liegt in der Qualität der Aufmerksamkeit. Im Live-Entertainment investieren Menschen bewusst Zeit und Emotion – sie sind nicht nur erreichbar, sondern wirklich involviert. Durchatmen, mit Freunden und Familie den Emotionen freien Lauf lassen, einmal für einen Moment in eine andere Welt abtauchen und den Alltag vergessen.
Genau dadurch entfalten Markenauftritte im Live-Entertainment eine deutlich nachhaltigere Wirkung als klassische Kampagnen in anderen Medien. Wenn Menschen emotionale Momente mit einer Marke verbinden, entsteht echte Nähe – und aus Konsumenten werden langfristig Brand Lover. Das eröffnet enorme Chancen, verlangt aber auch ein anderes Verständnis von Markenführung. Es geht weniger um Reichweite im klassischen Sinne und mehr um Relevanz im Moment.
Wir sehen zunehmend, dass sich Formate in Richtung ganzheitlicher Erlebnisse entwickeln – also Aktivierungen, die vor Ort stattfinden, aber gleichzeitig Content erzeugen und digital weiterleben. Diese Verzahnung macht den Entertainment-Bereich aus meiner Sicht zu einer der spannendsten Plattformen für Marken.
Ist das jeweilige Festival-Lineup relevant für die Frage, ob eine Kooperation Sinn macht? Oder sind die Partner in der Regel langfristig an Bord?
Das Line-up hat definitiv Einfluss auf den grundsätzlichen Erfolg des Festivals – vor allem, wenn es um kurzfristige Aktivierungen oder kommunikative Schwerpunkte geht. Bestimmte Artists können zusätzliche kulturelle Relevanz schaffen.
Für die grundsätzliche Partnerschaft ist aber etwas anderes entscheidend: die langfristige Passung zwischen Marke und Festival. Die wirkungsvollsten Kooperationen entstehen über Zeit – wenn beide Seiten gemeinsam Formate entwickeln und kontinuierlich zusammen weiterdenken. Gleichzeitig wird die Marke dadurch mit der gesamten Festivalwelt und Community – und genau diese langfristige emotionale Bindung macht Partnerschaften nachhaltig wertvoll. Genau darin liegt auch die Stärke von Rock am Ring: Wir können nachweislich erfolgreiche sowie langfristige Partnerschaften aufbauen und gleichzeitig flexibel genug bleiben, um auf neue Impulse und Entwicklungen zu reagieren.
Über den Kongress:
Das Markenfestival findet am 30. Juni 2026 erstmals in den Rheinterrassen Düsseldorf statt. Unter dem Leitthema „Mensch. Marke. Emotion.“ diskutieren über 80 Referierende und mehr als 400 Markenentscheider, wie Marken in einer zunehmend digitalen Welt Vertrauen, Relevanz und emotionale Bindung schaffen können. Auf drei Bühnen und in 10 Fachforen geben Unternehmen wie Volkswagen, SIXT, Bugatti, Telekom, Deichmann, Ferrero oder ING Einblicke in ihre Markenstrategien. Im Mittelpunkt stehen Themen wie Community Building, Live-Erlebnisse, Storytelling, Branded Entertainment, Stadt- und Tourismusmarketing sowie die Frage, wie Technologie und Menschlichkeit in der Markenführung erfolgreich zusammenspielen.
Kontakt
Rock am Ring
Marc Seemann (Chief Talent & Partnership Officer)
E-Mail: marc@dreamhaus.com
Web: rock-am-ring.com
